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​Tierschutzreise Sep./Okt. 2023

Die Reise geht los Für einige von uns, die schon öfter in Bulgarien waren, fühlt es sich an, wie „Nachhause-kommen“. Donnerstag früh am Morgen ging es für sieben von uns los, wie immer Abflug von Frankfurt. Es sind zwar nur zwei Stunden Flug, aber nach Ankunft in Sofia, liegt immer noch eine holprige drei stündige Fahrt durchs bulgarische Inland vor uns. In Kardzhali angekommen, haben wir kurz in unserem Stammhotel eingecheckt und sind direkt zu unseren Fellnasen ins Streunerdorf geflitzt. Nach der Begrüßung unserer Schnäutzchen ging es direkt ans Packen unserer Materialboxen für die Kastrationsaktion. Anschließend gab es noch leckeres Abendessen, mittlerweile kennen wir zum Glück unsere Lieblingsrestaurants, mit unseren Tierschützern vor Ort haben wir die nächsten Tage nochmal durchgesprochen. Start der Kastrationsaktion Ein früher Start am Freitag war nötig, um das Kastrationszentrum bei unserem bulgarischen Tierarzt Ayhan einzurichten. Wir sind sehr froh, bei dieser Kampagne unseren deutschen Tierarzt Alex als Teil unseres Teams dabei zu haben. Einige Bürger von Kardzhali brachten uns bereits morgens die ersten Tiere, um sie kastrieren zu lassen. Nach einigen bereits durchgeführten Kastrationsaktionen in den letzten Jahren, haben wir den Dreh mittlerweile raus und nicht nur die erfahrenen Reisenden, sondern auch unsere Neulinge wussten schnell, wo sie anpacken mussten. Ein Teil des Teams assistiert den Tierärzten, während ein anderer Teil als Fahrer zwischen den Praxen sowie zum Abholen und Zurückbringen der Tiere fungiert und das Einfangen der Straßentiere übernimmt. Der Rest des deutschen Teams hilft im Streunerdorf, bei den Bauarbeiten, sowie Versorgung der Tiere und Reinigung des Shelters. Unsere Handwerker-Jungs Am Freitagnachmittag sind Sarah und unsere Handwerker-Jungs angereist und haben unser Team komplett gemacht. Unsere Handwerker haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Dächer zu verlängern, um dem sehr kalten Winter in Kardzhali standzuhalten. Die Arbeit unserer Jungs war so klasse, obwohl sie nur zu zweit waren, haben sie so viel geleistet und konnten unser Shelter​ Winterfest machen. Organisation ist alles! Drei volle Tage Kastrationsaktion! Freitag, Samstag und Sonntag waren wir nonstop damit beschäftigt, Tierfreunde in unserer Praxis zu begrüßen und ihre Fellnasen zu kastrieren. Nicht nur das, wir haben auch Kettenhunde gerettet, die durch fehlende Kastration dem unkontrollierten Baby-Boom ausgeliefert wären. Wir haben uns sogar in dicht besiedelte Gebiete gewagt, um dort Tiere zu fangen, kastrieren und zu versorgen, bevor wir sie wieder in​ ihr Revier gebracht haben. Keine Pause, keine Zeit zu verlieren. All das wäre nicht möglich gewesen ohne unser Team von Tierärzten Ayhan, Nikas und Alex, die bis zur totalen Erschöpfung durchgehend gearbeitet haben. Unsere Fellnase Effi Eine treue Fellnase begleitet uns auf Schritt und Tritt: Am ersten Abend vor unserem Restaurant tauchte unsere Efbet zum ersten Mal auf und blieb fortan stets an unserer Seite. Wir haben sie mit ins Streunerdorf genommen, damit sie kastriert werden konnte. Da sie bereits kastriert war, hat sie ihre fehlende Ohrmarke erhalten und wurde zurück an den Ort gebracht, an dem wir sie gefunden hatten. Doch schon am nächsten Tag stand sie wieder in unserem Hotel und folgte uns quer durch die ganze Stadt, bis hin zur Tierarztpraxis, wo sie brav auf unsere Mädels vor der Tür wartete. Nach drei Tagen ununterbrochener Verfolgung konnten wir nicht anders und beschlossen, Efbet bei uns zu behalten und sie in die Sicherheit des Streunerdorfs zu bringen. Obwohl wir oft Tiere auf unseren Reisen durch die harten Straßen von Kardzhali zurücklassen müssen, konnten wir dieser treuen Seele einfach nicht widerstehen. Zusammenarbeit mit der Gemeinde Für diese Herbst-Kastrationsaktion konnten wir nach vielen gescheiterten Bemühungen auch endlich die Gemeindeverwaltung ins Boot holen, diese Unterstützung bedeutet uns sehr viel. Zum einen die damit einhergehende öffentliche Aufmerksamkeit für dieses so wichtige Mittel zur Bekämpfung des Leides der Straßentiere, zum anderen natürlich auch die notwendige finanzielle Unterstützung. Bei den letzten Aktionen mussten wir oft Anfeindungen der Bevölkerung aufgrund von Unwissen der Notwendigkeit der Kastrationen mitmachen. Nun wurde im TV, Radio und Zeitung zum ersten Mal positiv über unsere Arbeit berichtet. Dank unserer Tierschützerin Zhaneta vor Ort, haben wir sehr konstruktive Meetings mit dem Bürgermeister Hasan Assiz, dem Polizeichef und dem Leiter des Veterinäramtes gehabt. Zhaneta und ihre Freundin Mariana, die bei der Staatsanwaltschaft arbeitet und auch eine der wenigen Tierschützer vor Ort ist, haben tatkräftig mitgearbeitet, damit endlich zusammen und nicht gegeneinander für die Tiere gearbeitet wird. Es wurde fleißig an den nächsten Aktionen gefeilt, Ideen ausgetauscht und wir haben große Anerkennung und Respekt für unsere jahrelange Arbeit für die Straßentiere der Region Kardzhalis erhalten. Die Findelkitten Damit den Mädels des Pfotenliebe Team auch nachts nicht langweilig wurde, haben wir uns den Findelkitten, die Zhaneta einige Tage zuvor neben ihrer überfahrenen Mutter gefunden hatte, angenommen. Alle paar Stunden Fläschchen machen, Bäuchlein reiben und versuchen, die kleinen Schreihälse zum Schlafen zu überzeugen. Nach schlaflosen Nächten mit der Bande in unserem Zimmer, sind wir wieder einmal voller Respekt, wie Zhaneta alles vor Ort jeden Tag stemmt. Das Streunerdorf Am Montag vor der Abreise, hatten wir letzte Renovierungsarbeiten, Bau des Geräteschuppens, Aufräumarbeiten und Versorgen der Tiere auf dem Plan. Am Dienstag in aller Frühe ging es wieder auf die lange Reise Richtung Sofia Flughafen. Wir sind sehr stolz auf 150 Kastrationen, die den Tieren unzähliges Leid erspart haben. Stolz auf ein tolles Team, was Hand und Hand und körperlich und physisch weit über die eigene Schmerzgrenze hinausgeht. Menschen, die ihren Urlaub immer wieder opfern und die Kosten wie u.a. Flug, Unterkunft, Mietautos und Verpflegung komplett aus eigener Tasche zahlen. Ein großes Danke auch an alle Spender Zuhause in Deutschland, ohne die wir diese wichtige Nachhaltige Arbeit nicht leisten könnten. Ein Teil der angefallenen Kosten sind leider noch nicht gedeckt, wir freuen uns über jeden Euro. Link zur Spendenaktion für die Kastrationsaktion: https://www.betterplace.org/de/projects/126681?utm_campaign=user_share&utm_medium=ppp_sticky&utm_source=Link In Gedanken schon bei der nächsten Reise im Frühling, Lisa vom Pfotenliebe Team

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